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Welche Krantraverse passt zu Ihrer Last?

Eine Krantraverse – auch Lasttraverse, Hebetraverse oder Kranhakentraverse genannt – ist ein loses Lastaufnahmemittel zwischen Kranhaken und Last. Sie schafft mehrere definierte Anschlagpunkte, verteilt Kräfte und kann Schrägzug in Anschlagmitteln reduzieren. Die passende Bauart richtet sich nicht nur nach der Tragfähigkeit, sondern auch nach Abmessungen, Schwerpunkt, Anschlagpunkten, verfügbarer Bauhöhe und Einsatzumgebung.

Traversenarten im Überblick

Bauart Typischer Einsatz
Balken- und H-Traversen lange, breite oder flächige Lasten mit zwei oder vier Anschlagpunkten
Staplertraversen Lastaufnahme über die Gabelzinken eines geeigneten Gabelstaplers
Containertraversen Container, ISO-Behälter und anwendungsspezifische Rahmen
Palettengabeln und Ladegabeln Paletten und vergleichbare Lasten am Kranhaken
Big-Bag-Traversen Aufnahme von Big Bags an vier Schlaufen
C-Haken und Coilhaken Coils, Ringe und andere Lasten mit zentraler Öffnung
Aluminiumtraversen Anwendungen, bei denen ein geringes Eigengewicht besonders wichtig ist
Spezial- und Sondertraversen besondere Lastgeometrien, Baustoffe, Langgut oder kundenspezifische Abläufe

Starre oder verstellbare Krantraverse?

Eine starre Traverse ist für einen festen Anschlagabstand ausgelegt und eignet sich für wiederkehrende, gleichartige Lasten. Eine verstellbare Traverse besitzt mehrere oder verschiebbare Lastaufnahmepunkte und kann dadurch unterschiedliche Abmessungen abdecken. Verstellbarkeit erweitert den Einsatzbereich, ersetzt aber nicht die Prüfung von Schwerpunkt, zulässiger Belastung und korrekter Position aller Sicherungselemente.

Diese Angaben werden für die Auswahl benötigt

  • Gewicht, Abmessungen und Schwerpunkt der Last
  • Anzahl, Lage und Tragfähigkeit der vorhandenen Anschlagpunkte
  • gewünschter minimaler und maximaler Haken- beziehungsweise Anschlagabstand
  • verfügbare Bauhöhe zwischen Kranhaken und Last
  • Maße und Form des Kranhakens sowie erforderliche obere Aufhängung
  • verwendete Anschlagmittel und deren zulässige Neigungswinkel
  • Einsatzhäufigkeit, Temperatur, Korrosion und weitere Umgebungsbedingungen
  • Anforderungen an Oberfläche, Material, Dokumentation oder Abnahme

Für die Auslegung zählt die gesamte vom Kran zu hebende Masse. Das Eigengewicht der Traverse, Anschlagmittel und sonstiger Komponenten wird zur Nutzlast addiert. Der Lastschwerpunkt muss sich in der vorgesehenen Lage unterhalb der Kranaufhängung befinden; unsymmetrische Lasten müssen gesondert betrachtet werden.

Fertigung von Standard- und Sondertraversen in Suhl

SHT konstruiert und fertigt Krantraversen am Standort Suhl. Das Sortiment reicht von standardisierten Balken- und H-Traversen bis zu kundenspezifischen Lastaufnahmemitteln. Für Sonderlösungen werden Lastfall, Geometrie, Aufhängung und Lastaufnahme abgestimmt und in einer Freigabezeichnung dokumentiert. SHT ist für Schweißarbeiten nach EN 1090 bis EXC3 zertifiziert; die konkrete Ausführung und Dokumentation richten sich nach dem jeweiligen Produkt und Einsatzfall.

Normen, Kennzeichnung und Unterlagen

Für lose Lastaufnahmemittel ist insbesondere DIN EN 13155 relevant. Für den betrieblichen Einsatz und die Prüfung gelten unter anderem die Betriebssicherheitsverordnung, die Gefährdungsbeurteilung, die Herstellerangaben und DGUV Regel 109-017. Maßgeblich sind stets die für das konkrete Produkt und den Zeitpunkt des Inverkehrbringens geltenden Vorgaben.

Vor der ersten Verwendung müssen Kennzeichnung, Betriebsanleitung und erforderliche Konformitätsunterlagen vollständig vorliegen. Tragfähigkeit, Eigengewicht und gegebenenfalls zulässige Einstellbereiche müssen am Produkt beziehungsweise in der Dokumentation eindeutig erkennbar sein.

Wie oft müssen Krantraversen geprüft werden?

Vor jeder Verwendung ist eine Kontrolle auf erkennbare Mängel erforderlich. Lastaufnahme- und Anschlagmittel sind nach DGUV Regel 109-017 in Abständen von längstens einem Jahr durch eine zur Prüfung befähigte Person zu prüfen. Besonders häufiger Einsatz, Verschleiß, Korrosion oder Hitze können kürzere Intervalle erforderlich machen.

Nach Schadensfällen oder anderen Ereignissen, die die Sicherheit beeinträchtigen können, sowie nach sicherheitsrelevanten Instandsetzungen ist eine außerordentliche Prüfung notwendig. Festgestellte sicherheitsrelevante Mängel müssen vor der weiteren Verwendung beseitigt werden.

Sicherer Betrieb von Lasttraversen

  • Traverse und Last nur innerhalb der gekennzeichneten Tragfähigkeit einsetzen.
  • Haken, Schäkel und Anschlagmittel vollständig und in der vorgesehenen Belastungsrichtung verwenden.
  • Verstellelemente vor dem Hub sichern und die Last zunächst bodennah probeweise anheben.
  • Stoßbelastung, unzulässigen Schrägzug und Aufenthalt unter schwebenden Lasten vermeiden.
  • Traverse standsicher ablegen, sodass sie nicht kippen, abrutschen oder herabfallen kann.

Anschlagmittel und Zubehör

Zur Verbindung von Traverse und Last bietet SHT passende Kettengehänge und Anschlagketten, Hebebänder und Rundschlingen, Schäkel sowie Anschlagpunkte. Auswahl und Tragfähigkeit müssen immer zum Lastfall und zu den Anschlagwinkeln passen.

Beratung und Sonderkonstruktion

Für ein belastbares Angebot helfen eine Lastskizze, Gewicht und Schwerpunkt, gewünschte Anschlagabstände, Kranhakendaten, Umgebungsbedingungen und Angaben zum Arbeitsablauf. SHT unterstützt bei der Auswahl einer Standardtraverse oder entwickelt eine passende Sondertraverse. Diese Kategorie umfasst Lastaufnahmemittel für Kran- und Staplerbetrieb, nicht Traversensysteme für Messe- oder Veranstaltungstechnik.