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Laufkatzen und Fahrwerke technisch richtig auswählen
Die Laufkatze trägt das Hebezeug und bewegt es entlang einer geeigneten Trägerbahn. Im aktuellen Sortiment finden Sie Rollfahrwerke zum Verschieben über die Last, Haspelfahrwerke mit Handkette sowie kompakte Kombinationen mit Kettenzug. Das gesamte System muss aus Fahrwerk, Hebezeug, Last und Träger passend ausgelegt sein.
Rollfahrwerk oder Haspelfahrwerk: Wo liegt der Unterschied?
Rollfahrwerk: Die Last wird geschoben
Ein Rollfahrwerk hat keinen eigenen Fahrantrieb. Das RFW-Rollfahrwerk wird bewegt, indem der Bediener die angeschlagene Last oder das angehängte Hebezeug in Fahrtrichtung schiebt. Bei handbetriebenen Rollfahrwerken sieht die Betriebsanleitung typischerweise Schieben statt Ziehen vor; maßgeblich ist die Anleitung des gewählten Modells. Die horizontale Bedienkraft muss also direkt am bewegten System aufgebracht werden.
Ein Rollfahrwerk ist eine einfache und wirtschaftliche Lösung für kurze Fahrwege und gelegentliche Bewegungen, wenn die Last gut zugänglich ist und sich kontrolliert anschieben und abbremsen lässt. Mit der Gesamtmasse aus Last, Hebezeug und Fahrwerk steigen jedoch die Anforderungen an Kraftaufwand und Kontrolle. Auch das verzinkte Rollfahrwerk muss passend zu Tragfähigkeit, Trägerprofil und Einsatzumgebung gewählt werden.
Haspelfahrwerk: Die Handkette treibt das Fahrwerk an
Beim Haspelfahrwerk zieht der Bediener an einer separaten endlosen Handkette. Handkettenrad, Antriebswelle und verzahnte Laufrollen übertragen die Kraft auf das Fahrwerk. Die Last muss deshalb nicht direkt geschoben werden; das Verfahren erfolgt von einer festgelegten Bedienposition aus.
Das Haspelfahrwerk ist besonders sinnvoll, wenn größere Gesamtmassen kontrolliert bewegt, Lasten genauer positioniert oder die Last nicht bequem direkt geschoben werden kann. Das bedeutet nicht, dass ab einer bestimmten Tragfähigkeit zwingend ein Haspelfahrwerk vorgeschrieben ist: Entscheidend sind tatsächliche Gesamtmasse, Fahrweg, Bedienhäufigkeit, Trägerzustand und gewünschte Positioniergenauigkeit. Für korrosionsbeanspruchte Bereiche steht das verzinkte HFW-V zur Auswahl.
Wann ist ein Elektrofahrwerk sinnvoll?
Bei häufigen Fahrbewegungen, langen Fahrwegen oder prozessbedingt kurzen Taktzeiten sollte statt eines manuellen Fahrwerks ein Elektrofahrwerk geprüft werden. Es reduziert die wiederkehrende Handarbeit, muss aber einschließlich Steuerung, Stromzuführung und Fahrgeschwindigkeit für die Anwendung ausgelegt werden.
Kompakte Sets aus Kettenzug und Fahrwerk
Das kompakte Fahrwerk-Set und der Kettenzug mit Haspelfahrwerk verbinden aufeinander abgestimmte Komponenten. Tragfähigkeit, Hubhöhe, Bedienhöhe, Flanschbereich und Bauhöhe bleiben dennoch für die konkrete Variante zu prüfen.
Ausführungen mit ausgewiesenem Ex-Schutz
Das Sortiment enthält ein Rollfahrwerk mit Ex-Schutz sowie ein Haspelfahrwerk mit Ex-Schutz. Die Eignung ergibt sich ausschließlich aus Kennzeichnung und Dokumentation der gewählten Ausführung; Produktname oder Verzinkung allein sind keine Zonenfreigabe.
Tragfähigkeit und Systemgewicht
Die Tragfähigkeit des Fahrwerks muss mindestens Last, Hebezeug und weitere mitbewegte Komponenten abdecken. Der schwächste zulässige Wert im Gesamtsystem begrenzt den Einsatz. Eigengewichte und gegebenenfalls dynamische Einflüsse sind bei Träger und Kranbahn mitzuberücksichtigen.
Flanschbreite, Flanschdicke und Laufrollen
Der Einstellbereich muss zur tatsächlichen Trägergeometrie passen. Flanschbreite, Dicke, Neigung und Zustand beeinflussen Montage und Lauf. Laufrollen sind gleichmäßig einzustellen; übermäßiges Spiel, Klemmen oder Verkanten sind vor dem Betrieb zu beseitigen.
Fahrweg und Endbegrenzung
Der Fahrweg muss frei, tragfähig und an beiden Enden passend begrenzt sein. Katzpuffer und Klemmpuffer sind an Masse, Geschwindigkeit, Profil und Anlage anzupassen. Ein Endanschlag ersetzt weder kontrolliertes Fahren noch die bestimmungsgemäße Bedienung.
Häufige Fragen zur Laufkatze
Welche Laufkatze passt zu meinem Träger?
Die Laufkatze muss zur Tragfähigkeit, zur Flanschbreite und zur Geometrie des Trägers passen. Auch Flanschdicke, Profilneigung, Kurven, Gefälle und der Zustand der Laufbahn sind zu prüfen. Eine Laufkatze darf nur auf einer dafür geeigneten und ausreichend tragfähigen Kranbahn eingesetzt werden.
Welche Arten von Laufkatzen gibt es?
Manuelle Laufkatzen gibt es als Rollfahrwerk und als Haspelfahrwerk. Rollfahrwerke eignen sich vor allem für kurze, gut zugängliche Fahrwege; Haspelfahrwerke erleichtern das kontrollierte Verfahren größerer Gesamtmassen über die Handkette. Elektrische Laufkatzen können bei häufigen oder langen Fahrbewegungen sinnvoll sein. Alle Laufkatzen müssen zu Lasten, Fahrweg, Bedienhäufigkeit und Umgebung passen.
Was bedeutet Handlaufkatze?
Als Handlaufkatze wird eine manuell verfahrene Laufkatze bezeichnet. Eine Handlaufkatze kann als Rollfahrwerk oder als Haspelfahrwerk ausgeführt sein. Die Handlaufkatze trägt das Hebezeug, während ihre Laufrollen entlang des Trägers laufen. Lager und Laufrollen sind entsprechend der Betriebsanleitung zu kontrollieren.
Kann ich mit jeder Laufkatze Lasten heben?
Die Laufkatze hebt nicht selbst. Sie trägt das Hebezeug, mit dem sich Lasten heben und senken lassen, und ermöglicht das horizontale Verfahren. Laufkatze, Hebezeug, Träger und Last müssen technisch aufeinander abgestimmt sein. Maßgeblich ist immer die niedrigste zulässige Tragfähigkeit im Gesamtsystem.
Welche Laufkatze eignet sich für die Werkstatt?
Für eine Werkstatt mit kurzen Fahrwegen kann eine manuelle Laufkatze ausreichen. Bei größeren Lasten, langen Wegen oder häufigem Verfahren sollte die Laufkatze projektspezifisch ausgewählt werden. Nennen Sie uns Tragfähigkeit, Trägerprofil, Flanschbreite, Hubhöhe und Fahrweglänge und teilen Sie mit, welche Lasten Sie wie häufig heben möchten.
Welche Angaben benötigt SHT?
Bitte nennen Sie Lastgewicht, Hebezeugtyp und -gewicht, gewünschte Bedienart, Trägerprofil, Flanschbreite und -dicke, Fahrweglänge, Kurven oder Gefälle sowie Umgebungsbedingungen. SHT berät unter 03681 / 454266-20 oder über das Kontaktformular.