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Spanngurt auswählen: LC, STF, Länge und Beschlag richtig vergleichen

Spanngurt, Zurrgurt und Ratschengurt bezeichnen textile Zurrmittel zur Sicherung von Ladung. Welcher Gurt passt, lässt sich nicht allein aus dem Gewicht der Ladung ableiten. Entscheidend sind auch Sicherungsmethode, Reibung, Zurrwinkel, Zurrpunkte, Gurtlänge, Endbeschläge und die Angaben auf dem Etikett. Für den Straßenverkehr verlangt § 22 StVO, dass Ladung auch bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutscht, umkippt, rollt oder herabfällt.

Einteiliger oder zweiteiliger Zurrgurt?

Einteilige Spanngurte bestehen aus einem durchgehenden Gurtband mit Spannelement. Sie werden häufig zum Umreifen oder Bündeln eingesetzt, wenn keine zwei getrennten Endbeschläge benötigt werden. Zweiteilige Zurrgurte bestehen aus Festende mit Ratsche und Losende; Endbeschläge verbinden den Gurt mit geeigneten Zurrpunkten.

Im SHT-Sortiment finden Sie ein- und zweiteilige Varianten mit Druckratsche sowie unterschiedliche Beschläge, darunter Spitz-, Karabiner-, Klauen- und Triangelhaken. Zurrgurte mit Klemmschloss sind in 1 bis 5 m Länge erhältlich. Für höhere Vorspannkräfte kann je nach Anwendung ein Zurrgurt mit Langhebelzugratsche passend sein. Die Eignung ergibt sich immer aus der konkreten Produktkennzeichnung und der Berechnung der Ladungssicherung.

Was bedeuten LC, STF und SHF?

  • LC – Lashing Capacity: die maximal zulässige Kraft, die im geraden Zug in das Zurrmittel eingeleitet werden darf.
  • STF – Standard Tension Force: die Vorspannkraft, die nach dem Spannen im Zurrmittel verbleibt. Sie ist besonders beim Niederzurren relevant.
  • SHF – Standard Hand Force: die genormte Handkraft, mit der das Spannelement betätigt wird.

LC und STF beschreiben unterschiedliche Größen und dürfen nicht verwechselt werden. Eine daN-Angabe ist außerdem keine pauschale Gewichtsfreigabe für eine Ladung. Bei Produktnamen mit zwei Werten, beispielsweise 2.500/5.000 daN, sind die Angaben auf Produktseite, Etikett und Betriebsanleitung maßgeblich.

Druckratsche, Langhebelratsche oder Klemmschloss?

Eine Druckratsche spannt das Gurtband über wiederholte Hebelbewegungen. Eine Langhebelratsche kann bei gleicher Handkraft eine höhere Vorspannkraft erzeugen; entscheidend bleibt der ausgewiesene STF-Wert. Ein Klemmschloss wird von Hand gespannt und eignet sich nur für die dafür ausgewiesenen Anforderungen. Vergleichen Sie deshalb nicht nur LC und Länge, sondern auch STF, Bedienraum, Endbeschlag und vorhandene Zurrpunkte.

Niederzurren oder Direktzurren?

Beim Niederzurren erhöht die Vorspannkraft die Reibung zwischen Ladung und Ladefläche. Beim Direktzurren nehmen die Zurrmittel Kräfte unmittelbar auf. Auswahl und Anzahl der Gurte hängen unter anderem von Masse und Schwerpunkt der Ladung, Reibbeiwert, Zurrwinkeln, LC beziehungsweise STF sowie der Belastbarkeit der Zurrpunkte ab. Pauschale Stückzahlen ohne diese Angaben sind nicht zuverlässig. Rutschhemmendes Material, formschlüssiges Verstauen und geeigneter Kantenschutz können Teil des Sicherungskonzepts sein.

Welche Angaben gehören auf das Etikett?

Bei Zurrgurten aus Chemiefasern ist die Kennzeichnung nach DIN EN 12195-2 ein zentraler Auswahl- und Kontrollpunkt. Wichtig sind insbesondere Normbezeichnung, LC, SHF, STF, Werkstoff, Länge, Herstellerangaben und Rückverfolgbarkeit. Die DGUV Information 214-083 hebt LC, SHF und STF ausdrücklich als wichtige Etikettangaben hervor.

Was ist vor jeder Verwendung zu prüfen?

Kontrollieren Sie Gurtband, tragende Nähte, Ratsche oder Klemmschloss, Haken und Etikett vor dem Einsatz. Nicht weiterverwendet werden dürfen Gurte insbesondere bei fehlender oder unlesbarer Kennzeichnung, Einschnitten oder starkem Verschleiß am Band, beschädigten Nähten, Verformungen, Rissen oder erheblicher Korrosion an Beschlagteilen sowie erkennbaren Schäden durch Wärme oder Chemikalien. Beachten Sie zusätzlich Herstelleranleitung, betriebliche Gefährdungsbeurteilung und die für Ihren Einsatz festgelegten Prüfungen.

Dürfen Spanngurte zum Heben verwendet werden?

Nein. Zurrgurte sichern Ladung und sind keine Anschlagmittel zum Heben. Für Hebevorgänge finden Sie geeignete textile Anschlagmittel unter Hebebänder und Rundschlingen. Die beiden Produktarten dürfen trotz ähnlicher Gurtmaterialien nicht verwechselt werden.

Welche Spanngurte bietet SHT an?

Die Produktreihen decken Werte von 400/800 bis 5.000/10.000 daN sowie Längen von 1 bis 10 m ab. Zur Auswahl stehen unter anderem 400/800-daN-Zurrgurte, Varianten mit 650/1.300, 1.000/2.000, 2.000/4.000 und 2.500/5.000 daN sowie 5.000/10.000-daN-Zurrgurte. Ergänzt wird das Sortiment durch 8-m-10er-Sets. Für robuste Sicherungsaufgaben finden Sie außerdem Zurrketten; die Übersicht aller Bereiche steht unter Ladungssicherung.

Welche Angaben benötigt SHT für eine Empfehlung?

Nennen Sie uns bitte Ladegut, Masse und Abmessungen, Fahrzeug oder Ladefläche, geplante Sicherungsmethode, vorhandene Zurrpunkte, benötigte Länge und gewünschte Endbeschläge. Sie erreichen uns montags bis donnerstags von 06:30 bis 16:00 Uhr und freitags von 06:30 bis 12:00 Uhr unter +49 3681 454266-20 oder über das Kontaktformular.